Zeckenalarm

Jede Saison der selbe Horror - Zeckenalarm.

Doch so schlimm, wie ziemlich häufig dargestellt, muss es gar nicht sein. Allerdings sollte man ein paar Regeln bei der Entfernung von Zecken beachten.

 

Haben Zecken erst einmal zugestochen (sie besitzen keine Beißwerkzeuge), können sie beim Wirt für unangenehmen Juckreiz und Entzündungen der Haut sorgen. Aber sie können auch Krankheitserreger wie Borreliose, Babesiose (Hundemalaria) oder FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) übertragen. Die Brutstätten von Zecken sind außerdem immer häufiger nicht mehr nur in Wald- und Auengebieten, sondern bereits in unseren heimischen Gärten anzufinden.

 

In allen Fällen jedoch gilt: Je früher eine Zecke entdeckt und ordnungsgemäß aus dem Körper des Wirts entfernt wird, umso geringer ist das Risiko einer Erregerübertragung. Bis es zu einer Infektion mit Borreliose-Erregern kommt, können durchschnittlich 12 bis 24 Stunden vergehen. FSME-Viren allerdings übertragen sich direkt nach dem Stich, denn das Virus befindet sich in den Speicheldrüsen der Zecken.

 

Hat eine Zecke nun zugestochen, sollte möglichst wie folgt vorgegangen werden:

Verwenden Sie auf keinen Fall Hilfsmittel wie z. B. Öle, Nagellackentferner, Alkohol oder Klebstoffe. Keines dieser genannten Mittel tragen zu einer schnellen Zeckenentfernung bei.

  • An schwer erreichbaren Stellen am Besten wenn möglich eine zweite Person hinzubitten.
  • Mit einer Pinzette oder Zeckenkarte soweit wie möglich hautnah ansetzen. So wird ein Quetschen der Zecken verhindert.
  • Zecken langsam und kontrolliert gerade, d. h. ohne Drehbewegungen aus dem Körper herausziehen.
  • Nach der Entfernung die Stichstelle mit etwas Alkohol oder jodhaltiger Salbe wundversorgen und desinfizieren.

Sollte es dennoch einmal vorkommen, dass Reste der Zecke in der Haut zurückgeblieben sind, stellt das meist kein erhöhtes Risiko für die Gesundheit dar. Es handelt sich hierbei nämlich nicht wie oft vermutet um den sog. "Zeckenkopf", sondern um Teile des Stechappartes. Diese werden nach einiger Zeit vom Wirtskörper mit körpereigenen Abwehrmechanismen abgestoßen.

 

Zecken sollten übrigens nicht über das WC entsorgt werden, da sie noch einige Zeit im Wasser überlegen und sich somit erneut auf die Wirtssuche begeben könnten. Am Besten legt man sie in etwas Papier ein und zerquetscht sie dann mit einem harten Gegenstand (z. B. dem Boden eines Glases).

 

Zum vorbeugenden Schutz befinden sich viele Präparate im Handel. Sowohl konventionelle Mittel, sog. Spot-on-Präparate mit dem Wirkstoff Fipronil (Frontline) als auch natürliche Mittel können zum Einsatz kommen. Natürliche Mittel wären z. B. Vitamin B (Bierhefe, als Leckerli oder zerbröselt übers Futter gemengt) oder Kokosöl (anzuwenden wie ein Spot-on Nacken des Tieres). Kokosöl schützt übrigens nebenbei auch vor Wurmbefall. Hier einfach eine kleine Menge unter das tägliche Futter beimengen.